Hat jemand Zugriff auf Ihren Computer?
Ein langsamer Rechner ist meistens nur ein langsamer Rechner. Manchmal steckt aber tatsächlich Fernzugriff oder Schadsoftware dahinter. Auf dieser Seite finden Sie zuerst eine Selbstprüfung, die Sie ohne Kosten durchführen können. Erhärtet sich der Verdacht, wissen Sie danach genau, was der nächste Schritt ist.
Wie unbefugter Zugriff auf Computer tatsächlich zustande kommt
Unbefugter Zugriff auf PCs und Macs folgt in der Praxis meist bestimmten Mustern. Am häufigsten sehen wir Fernwartungssoftware, die nach einem Anruf angeblicher Support-Mitarbeiter:innen (Microsoft, Bank, Provider) installiert wurde. Daneben Schadsoftware aus E-Mail-Anhängen, Downloads oder „Gratis"-Versionen kostenpflichtiger Programme. Und schließlich Personen aus dem näheren Umfeld, die physischen Zugang zum Gerät und das Passwort hatten – gerade nach einer Trennung ein wiederkehrendes Muster.
Viele Auffälligkeiten haben dagegen eine harmlose Erklärung: Ein Rechner wird mit den Jahren langsamer, Updates laufen im Hintergrund, verstaubte Lüfter arbeiten härter, volle Festplatten bremsen das System aus. Bevor Sie Geld ausgeben, gehen Sie daher in Ruhe die folgende Liste durch.
Selbstprüfung in 10 Minuten
Diese fünf Punkte können Sie selbst prüfen. Wichtig – nur nachsehen, nichts löschen und kein „Aufräum-" oder Antivirenprogramm laufen lassen. Warum das wichtig ist, erklären wir darunter.
1) Fernwartungsprogramme suchen – der wichtigste Punkt
Sehen Sie die installierten Programme durch (Windows: Einstellungen → Apps → „Installierte Apps"; Mac: Ordner „Programme"). Einträge wie AnyDesk, TeamViewer, UltraViewer, RustDesk oder LogMeIn sind nur dann unbedenklich, wenn Sie sie selbst installiert haben und nutzen.
2) Freigaben und Fernzugriff prüfen
Windows: Einstellungen → System → „Remotedesktop" – ist er aktiviert, ohne dass Sie ihn nutzen?
Mac: Systemeinstellungen → Allgemein → „Freigaben" – sind Bildschirmfreigabe oder entfernte Verwaltung eingeschaltet?
3) Benutzerkonten am Gerät ansehen
Gibt es Konten, die Sie nicht angelegt haben? (Windows: Einstellungen → Konten → „Andere Benutzer"; Mac: Systemeinstellungen → „Benutzer & Gruppen")
4) Autostart durchsehen
Windows: Task-Manager → „Autostart von Apps"; Mac: Systemeinstellungen → Allgemein → „Anmeldeobjekte". Einträge, die Sie nicht zuordnen können, notieren Sie – bitte noch nicht deaktivieren.
5) Browser und Konten kontrollieren
Unbekannte Erweiterungen, eine geänderte Startseite oder Suchmaschine? Und: Sehen Sie die Anmeldungen Ihrer wichtigsten Online-Konten durch – die Selbstprüfung dafür finden Sie unter E-Mail oder Konto gehackt.
Echte Warnzeichen sind darüber hinaus: Der Mauszeiger bewegt sich von selbst oder Fenster öffnen sich ohne Ihr Zutun; nach einem „Support-Anruf" wurde Software installiert; jemand kennt Inhalte, die nur auf diesem Rechner liegen; im Online-Banking tauchen Umsätze auf, die nicht von Ihnen stammen.
Alles unauffällig? Dann liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Zugriff vor. Zur Absicherung genügen meist aktuelle Updates, ein eigenes Benutzerkonto mit starkem Passwort und Zurückhaltung bei Downloads und Anhängen.
Etwas stimmt nicht? Dann ändern und löschen Sie jetzt bitte nichts. Lesen Sie zuerst den nächsten Abschnitt – sonst riskieren Sie, genau die Spuren zu zerstören, auf die es ankommt.
Wenn der Verdacht echt ist
Der verständliche erste Reflex ist ein Virenscan oder gleich die Neuinstallation. Bei einem tatsächlichen Zugriff ist beides oft der falsche erste Schritt:
Sie vernichten Spuren. Seit wann der Zugriff bestand, was angesehen oder kopiert wurde, ob Zugangsdaten abgeflossen sind – nach einer Bereinigung oder Neuinstallation lässt sich das meist nicht mehr rekonstruieren. Auch ein Antiviren-Vollscan verändert dabei relevante Daten.
Sie warnen die Person. Bemerkt jemand, dass sein Zugang verschwindet, reagiert er womöglich – etwa, indem er sich einen anderen Weg sichert.
Als Sofortmaßnahme vertretbar: Trennen Sie das Gerät vom Internet (WLAN aus, Netzwerkkabel ziehen) und lassen Sie es in Ruhe. Wurde nach einem betrügerischen Support-Anruf Online-Banking an diesem Gerät genutzt, kontaktieren Sie außerdem sofort Ihre Bank.
Danach gilt: erst sichern, dann bereinigen. Genau das übernehmen wir.
Der Computer-Check
Ein klar umrissener Check für die Frage: Hat jemand Zugriff auf dieses Gerät, und seit wann? Gezielter und günstiger als eine vollständige forensische Untersuchung, weil wir dort ansetzen, wo Fernzugriff und Schadsoftware Spuren hinterlassen.
Was wir prüfen:
Fernwartungssoftware, aktive Freigaben und Fernzugriffs-Konfiguration
Autostart-Einträge und Persistenzmechanismen
Laufende Prozesse und Netzwerkverbindungen
Benutzerkonten und deren Berechtigungen
Browser-Erweiterungen und auffällige Programme
Relevante System-Protokolle: was wann installiert wurde und wer sich wann angemeldet hat
Was Sie bekommen:
Eine mündliche, bei Bedarf schriftliche, verständliche Einschätzung: Liegt unbefugter Zugriff vor – und seit wann, soweit feststellbar?
Eine konkrete Anleitung zur sicheren Bereinigung und Neuaufsetzung – in der richtigen Reihenfolge
Eine klare Empfehlung, ob weiterführende Schritte sinnvoll sind
Der Computer-Check ist eine professionelle Einschätzung mit Handlungsempfehlung – kein gerichtsverwertbares Sachverständigengutachten. Bei Bedarf kann darauf aufbauend ein Gutachten durch einen gerichtlich zertifizierten Sachverständigen erstellt werden.
Was es kostet
Nach der kostenpflichtigen Erstberatung erhalten Sie ein Angebot, bei klar abgegrenztem Umfang mit Fixpreis. Eine tatsächliche Beauftragung erfolgt erst danach.
Der Check ist bewusst keine Billigleistung: Wir sehen Konfigurationen, Protokolle und Programme systematisch durch, dokumentieren das Ergebnis nachvollziehbar und geben Ihnen eine klare Antwort – auch dann, wenn sie „alles in Ordnung" lautet. Wir arbeiten dabei nach dem Sorgfaltsmaßstab, der für Sachverständige gilt.
Ablauf:
Schreiben Sie uns über unser Formular.
Kostenpflichtige Erstberatung: Wir klären Ihre Situation und stellen fest, ob der Check das Richtige für Sie ist.
Computer-Check – vor Ort in Wien oder nach Absprache aus der Ferne.
Bereinigung & Absicherung – Sie setzen die Anleitung selbst um oder wir begleiten Sie dabei.
Erfahrung aus der Arbeit für Gerichte und Behörden
Hinter Skarpa stehen Sachverständige für Digitalforensik, die regelmäßig für Gerichte und Behörden tätig sind. Dieselbe sorgfältige, nachvollziehbare Arbeitsweise, die vor Gericht Bestand haben muss, liegt auch dem Computer-Check zugrunde – in der für Ihr Anliegen passenden Größenordnung.
Wir berichten, was wir feststellen. Und wir empfehlen keine große Untersuchung, wenn ein kleiner Check genügt.
Wenn Sie eine Person aus Ihrem Umfeld vermuten
Manchmal steckt hinter dem Zugriff keine anonyme Quelle aus dem Internet, sondern jemand, den Sie kennen – ein:e (Ex-)Partner:in oder eine Person aus dem näheren Umfeld. Geht es um ein Gerät aus einer früheren gemeinsamen Nutzung, ist oft der Geräte-Check nach Trennung der passendere Rahmen. Ist der Zugriff Teil von Kontrolle, Bedrohung oder Gewalt, geht Ihre Sicherheit vor Beweissicherung. Bitte verändern Sie dann nichts an Ihren Geräten oder Konten, bevor Sie mit einer der folgenden Stellen gesprochen haben.
Diese Stellen helfen kostenlos, vertraulich und unabhängig von uns:
In akuter Gefahr: Polizei 133 (oder 112)
Frauenhelpline gegen Gewalt — 0800 222 555
Rund um die Uhr, kostenlos und anonym – auch bei Stalking und Kontrolle. frauenhelpline.atMännernotruf — 0800 246 247
Rund um die Uhr, kostenlos und anonym. maennernotruf.atOpfer-Notruf — 0800 112 112
Zentrale Anlaufstelle für Opfer von Straftaten (Mo–Fr 8–20 Uhr). opfer-notruf.atGewaltschutzzentren Österreich — 0800 700 217
gewaltschutzzentrum.at
Selbstverständlich können Sie sich auch in einem solchen Fall an uns wenden – Ihre Sicherheit hat aber Vorrang.
Häufige Fragen
Reicht nicht ein Virenscan?
Verbreitete Massen-Schadsoftware erkennen Virenscanner zuverlässig. Fernwartungsprogramme sind aber legitime Software, die kein Scanner meldet – entscheidend ist, ob sie mit Ihrem Wissen läuft. Außerdem verändert ein Vollscan Daten, die für die Klärung wichtig sind.
Soll ich Windows einfach neu installieren?
Eine Neuinstallation beendet den Zugriff zuverlässig – und vernichtet zugleich alle Spuren. Die richtige Reihenfolge ist: erst klären und sichern, dann neu aufsetzen. Wir sagen Ihnen, wann der Zeitpunkt dafür ist.
Ich habe bei einem „Microsoft-Anruf" Software installiert. Bin ich gehackt?
Gehen Sie vorsichtshalber davon aus. Trennen Sie das Gerät vom Internet, und wurde daran Online-Banking genutzt, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank. Danach klären wir, was tatsächlich passiert ist.
Muss ich das Gerät abgeben?
Für den Check häufig nicht – vieles lässt sich vor Ort oder gemeinsam aus der Ferne prüfen. Für eine forensische Sicherung benötigen wir das Gerät kurz; es kommt zeitnah zurück.
Es geht um mein Handy, nicht um den Computer.
Dafür gibt es eigene Seiten mit passender Selbstprüfung: Wird mein Handy überwacht? und WhatsApp gehackt oder mitgelesen?
Check anfragen
Schildern Sie uns kurz, was Sie beobachtet haben – wir melden uns mit einer ersten Einschätzung und sagen Ihnen, ob und welcher Schritt sinnvoll ist.
Dieser Themenblock richtet sich an Privatpersonen.
Für Privatpersonen
Jede Beauftragung beginnt mit einer kostenpflichtigen Erstberatung, in der wir Ihre Situation einordnen und abschätzen, wie wir Ihnen helfen können. Ein konkreter Auftrag kommt erst mit einem schriftlichen Angebot zustande. Erstberatung, Angebot, Leistungserbringung und Rechnungslegung für Privatpersonen erfolgen über unseren Kooperationspartner; Vertragspartei ist damit nicht die Skarpa Digitalforensik GmbH. Für jede Datensicherung ist ein geeigneter Nachweis Ihres Eigentums an den betroffenen Geräten und Konten notwendig (z.B. Rechnung, Einantwortungsurkunde, Verträge...). Wir sichern ausschließlich Daten, welche öffentlich einsehbar sind oder zu welchen Sie nachweislich einen berechtigten Zugang besitzen.