Liest jemand Ihre E-Mails mit?
Der Verdacht, dass jemand Zugriff auf Ihr Postfach oder Ihre Konten hat, lässt sich in den allermeisten Fällen klären. Auf dieser Seite finden Sie zuerst eine Selbstprüfung, die Sie ohne Kosten durchführen können. Erhärtet sich der Verdacht, wissen Sie danach genau, was der nächste Schritt ist.
Das kommt häufiger vor, als man denkt — und meistens lässt es sich einfach aufklären
Unbefugter Zugriff auf E-Mail- und Onlinekonten hat selten mit aufwendigem „Hacking" zu tun. Häufiger ist es ein durchgesickertes Passwort aus einem alten Datenleck, eine Phishing-Mail oder eine Person aus dem näheren Umfeld, die ein Passwort kennt oder erraten hat. Gerade nach einer Trennung ist Letzteres ein wiederkehrendes Muster.
Ihr E-Mail-Konto ist meist der zentrale Schlüssel zu allen weiteren Konten. Wer hier für Ordnung sorgt, schließt in der Regel auch die übrigen Zugänge. Vieles davon können Sie selbst prüfen.
Für zwei häufige Sonderfälle gibt es eigene Seiten mit passender Selbstprüfung: Instagram oder Facebook gehackt und WhatsApp gehackt oder mitgelesen.
Selbstprüfung in 5 Minuten
Bevor Sie etwas beauftragen: Diese fünf Punkte können Sie selbst prüfen. Wichtig – nur nachsehen, noch nichts ändern. Warum das wichtig ist, erklären wir darunter.
1) Letzte Anmeldungen ansehen
Gibt es Logins zu Uhrzeiten oder von Orten, die nicht zu Ihnen passen?
Gmail: ganz unten im Postfach → „Letzte Kontoaktivität" → Details
Outlook / Microsoft: myaccount.microsoft.com → Sicherheit → Meine Anmeldeaktivität anzeigen
Apple / iCloud: Einstellungen → [Ihr Name] → Geräteliste
2) Verbundene Geräte prüfen
Sind dort Geräte gelistet, die Ihnen nicht gehören? Im Sicherheitsbereich Ihres Kontos sehen Sie alle angemeldeten Geräte. Unbekannte Geräte sind ein deutliches Warnzeichen.
3) Weiterleitungen und Filter im Postfach prüfen – der wichtigste Punkt
Werden Ihre Mails an eine fremde Adresse weitergeleitet? Das ist der klassische Weg, um dauerhaft mitzulesen, ohne sich erneut einloggen zu müssen.
Gmail: Einstellungen → „Weiterleitung und POP/IMAP" und „Filter und blockierte Adressen"
Outlook: Einstellungen → E-Mail → Weiterleitung und Regeln
4) Verbundene Apps / Drittanbieter-Zugriffe ansehen
Hat eine App Zugriff auf Ihr Konto, die Sie nicht kennen oder nicht mehr nutzen?
Google: myaccount.google.com → Sicherheit → „Drittanbieter-Apps mit Kontozugriff"
Microsoft: Konto → Datenschutz → App-Berechtigungen
5) Wiederherstellungs-Daten kontrollieren
Stimmen die hinterlegte Wiederherstellungs-E-Mail und Telefonnummer noch? Diese unbemerkt zu ändern ist ein typischer Schritt, um Sie später auszusperren.
Alles unauffällig? Dann liest mit hoher Wahrscheinlichkeit niemand mit, und Sie brauchen uns vermutlich nicht. Zur Absicherung genügt meist: Passwort erneuern (lang, einzigartig), Zwei-Faktor-Anmeldung aktivieren, alte Geräte abmelden.
Etwas stimmt nicht? Unbekannte Logins, eine fremde Weiterleitung, ein Gerät, das Ihnen nicht gehört? Dann ändern Sie jetzt bitte noch nichts. Lesen Sie zuerst den nächsten Abschnitt – sonst riskieren Sie, genau die Spuren zu zerstören, auf die es ankommt.
Wenn der Verdacht echt ist
Der verständliche erste Reflex ist, sofort alles zu ändern: neues Passwort, Weiterleitung löschen, Geräte abmelden. Bei einem tatsächlichen unbefugten Zugriff ist das aus zwei Gründen oft der falsche erste Schritt:
Sie vernichten Spuren. Wer den Zugriff hatte, von wo, seit wann, was gelesen oder verschickt wurde – diese Informationen lassen sich nach dem „Aufräumen" meist nicht mehr rekonstruieren. Wird die Sache später rechtlich relevant, fehlt die Grundlage.
Sie warnen die Person. Bemerkt jemand, dass Sie etwas ändern, reagiert er womöglich: Er sichert sich anders ab oder eskaliert. Besonders heikel, wenn die Person aus Ihrem Umfeld stammt.
Deshalb gilt: erst sichern, dann bereinigen. Genau das übernehmen wir.
Der Konto- & Identitäts-Check
Ein klar umrissener Check für die Frage: Hat jemand Zugriff auf meine Konten, und seit wann? Schneller und günstiger als eine vollständige Geräteuntersuchung, weil wir gezielt dort ansetzen, wo unbefugter Zugriff Spuren hinterlässt.
Was wir prüfen:
Anmelde- und Aktivitätsprotokolle Ihrer wichtigsten Konten (E-Mail, ggf. Cloud, soziale Konten)
Aktive Sitzungen und verbundene Geräte
Weiterleitungs-, Filter- und Regel-Konfiguration im Postfach
Drittanbieter- und OAuth-Freigaben
Wiederherstellungs-Daten, Aliasse, App-spezifische Passwörter
Abgleich mit bekannten Datenlecks
Was Sie bekommen:
Eine mündliche, bei Bedarf schriftliche, verständliche Einschätzung: Liegt unbefugter Zugriff vor?
Eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung zur sicheren Bereinigung – in der richtigen Reihenfolge
Eine klare Empfehlung, ob weiterführende Schritte sinnvoll sind
Der Konto- & Identitäts-Check ist eine professionelle Einschätzung mit Handlungsempfehlung – kein gerichtsverwertbares Sachverständigengutachten. Bei Bedarf kann darauf aufbauend ein Gutachten durch einen gerichtlich zertifizierten Sachverständigen erstellt werden.
Weiß jemand auch Dinge, die nie in Ihren E-Mails standen – Ihren Standort, Gesprächsinhalte –, stellt sich die Frage, ob das Handy selbst überwacht wird: Wird mein Handy überwacht? Nach einer Trennung, wenn Konten lange geteilt waren, ist oft der Geräte-Check nach Trennung der passendere Rahmen.
Was es kostet
Nach der kostenpflichtigen Erstberatung erhalten Sie ein Angebot, bei klar abgegrenztem Umfang mit Fixpreis. Eine tatsächliche Beauftragung erfolgt erst danach.
Der Check ist bewusst keine Billigleistung: Wir sehen Protokolle, Konfigurationen und Zugriffe systematisch durch, dokumentieren das Ergebnis nachvollziehbar und geben Ihnen eine klare Antwort – auch dann, wenn sie „alles in Ordnung" lautet. Wir arbeiten dabei nach dem Sorgfaltsmaßstab, der für Sachverständige gilt.
Ablauf:
Schreiben Sie uns über unser Formular.
Kostenpflichtige Erstberatung: Wir klären Ihre Situation und stellen fest, ob der Check das Richtige für Sie ist.
Konto- & Identitäts-Check – die schriftliche Einschätzung erhalten Sie in der Regel innerhalb weniger Werktage.
Bereinigung & Absicherung – Sie setzen die Anleitung selbst um oder wir begleiten Sie dabei.
Erfahrung aus der Arbeit für Gerichte und Behörden
Hinter Skarpa stehen Sachverständige für Digitalforensik, die regelmäßig für Gerichte und Behörden tätig sind. Dieselbe sorgfältige, nachvollziehbare Arbeitsweise, die vor Gericht Bestand haben muss, liegt auch dem Konto- & Identitäts-Check zugrunde – in der für Ihr Anliegen passenden Größenordnung.
Wir berichten, was wir feststellen. Und wir empfehlen keine große Untersuchung, wenn ein kleiner Check genügt.
Wenn Sie eine Person aus Ihrem Umfeld vermuten
Manchmal steckt hinter dem Zugriff keine anonyme Quelle aus dem Internet, sondern jemand, den Sie kennen – ein:e (Ex-)Partner:in oder eine Person aus dem näheren Umfeld. Ist das Mitlesen Teil von Kontrolle, Bedrohung oder Gewalt, geht Ihre Sicherheit vor Beweissicherung. Bitte verändern Sie dann nichts an Ihren Geräten oder Konten, bevor Sie mit einer der folgenden Stellen gesprochen haben.
Diese Stellen helfen kostenlos, vertraulich und unabhängig von uns:
In akuter Gefahr: Polizei 133 (oder 112)
Frauenhelpline gegen Gewalt — 0800 222 555
Rund um die Uhr, kostenlos und anonym – auch bei Stalking und Kontrolle. frauenhelpline.atMännernotruf — 0800 246 247
Rund um die Uhr, kostenlos und anonym. maennernotruf.atOpfer-Notruf — 0800 112 112
Zentrale Anlaufstelle für Opfer von Straftaten (Mo–Fr 8–20 Uhr). opfer-notruf.atGewaltschutzzentren Österreich — 0800 700 217
gewaltschutzzentrum.at
Selbstverständlich können Sie sich auch in einem solchen Fall an uns wenden – Ihre Sicherheit hat aber Vorrang.
Häufige Fragen
Was kostet das?
Der Aufwand unterscheidet sich je nach Umfang. Nach der kostenpflichtigen Erstberatung erhalten Sie ein Angebot, bei klar abgegrenztem Umfang mit Fixpreis.
Kann ich selbst feststellen, ob jemand mein E-Mail-Konto mitliest?
Oft ja – die fünf Punkte oben decken die häufigsten Spuren ab. „Seit wann" und „durch wen" lässt sich allerdings meist nur über die Protokolle feststellen, und genau die dürfen nicht vorschnell überschrieben werden.
Ist das schon ein Hackerangriff?
Meistens nicht im technischen Sinn. Häufiger sind durchgesickerte Passwörter, Phishing oder der Zugriff durch eine Person, die das Passwort kannte. Für die Lösung macht das wenig Unterschied – entscheidend ist, das Konto sauber abzusichern.
Brauche ich gleich ein Gutachten?
Nein. Für die meisten Anliegen genügt der Konto- & Identitäts-Check. Ein gerichtsverwertbares Gutachten ist nur bei einem Verfahren erforderlich und verursacht deutlich höhere Kosten.
Was, wenn ein:e Ex-Partner:in dahintersteckt?
Dann hat Ihre Sicherheit Vorrang. Die Stellen im Abschnitt „Wenn Sie eine Person aus Ihrem Umfeld vermuten" helfen kostenlos und vertraulich.
Check anfragen
Schildern Sie uns kurz Ihr Anliegen – wir melden uns mit einer ersten Einschätzung und sagen Ihnen, ob und welcher Schritt sinnvoll ist.
Dieser Themenblock richtet sich an Privatpersonen.
Für Privatpersonen
Jede Beauftragung beginnt mit einer kostenpflichtigen Erstberatung, in der wir Ihre Situation einordnen und abschätzen, wie wir Ihnen helfen können. Ein konkreter Auftrag kommt erst mit einem schriftlichen Angebot zustande. Erstberatung, Angebot, Leistungserbringung und Rechnungslegung für Privatpersonen erfolgen über unseren Kooperationspartner; Vertragspartei ist damit nicht die Skarpa Digitalforensik GmbH. Für jede Datensicherung ist ein geeigneter Nachweis Ihres Eigentums an den betroffenen Geräten und Konten notwendig (z.B. Rechnung, Einantwortungsurkunde, Verträge...). Wir sichern ausschließlich Daten, welche öffentlich einsehbar sind oder zu welchen Sie nachweislich einen berechtigten Zugang besitzen.